Verein Lebendiger Burgweg




Umbauprojekt




Kritik am Umbau-Projekt der Vischer AG Architekten und Planer
Einer sanften Sanierung der Liegenschaften am Burgweg steht niemand im Wege. Seit über 30 Jahren ist von der Eigentümerin an den Häusern und Wohnungen nichts mehr verändert worden. Hier ist Handlungsbedarf nötig. Dennoch verdient das Projekt der Vischer AG Architekten und Planer eine kritische Beurteilung:

1. Gehört bei sanierten Altbauten der Einbau eines Liftes zwingend dazu? In Basel gibt es genug mehrgeschossige renovierte Liegenschaften ohne Aufzug.
Selbst wenn ein Lift für die obersten und teuersten Wohnungen tatsächlich unverzichtbar wird, muss deren Erschliessung in jedem Hauseingang erfolgen? Würden nicht zwei Lifte für das ganze Ensemble reichen?

2. Die Wohnungen weisen bereits jetzt sehr kleine Grundrisse auf. Diese sollten nach Möglichkeit nicht weiter verkleinert werden. Bei anderen Sanierungen werden kleine Wohnungen zusammengelegt. Beim kritisierten Umbauprojekt erhalten Miniatur-Räume neue Namen wie "Loggia" und "Dispo". Deren Nutzwert bleibt allerdings gering.

3. Alle Ateliers (Gewerberäume im Erdgeschoss) fallen ersatzlos weg. Die Ateliers geben dem ganzen Quartier ein Gesicht. Sie müssen deshalb bleiben und sollten nach wie vor gegen die Strassenseite hin orientiert sein.

3. Das originelle Treppenhaus mit seinen schönen, tiefen Fensterbuchten darf nicht durch die Sanierung verschwinden. Das Treppenhaus soll sichtbar bleiben. Es ist wirklich schön und verdient eine höhere Wertschätzung.

4. Im Dachgeschoss werden neue Wohnungen eingebaut. Mit Dachfenstern und direktem Lift-Zugang. Aber ohne Balkone! Das heisst auch, dass alle Estriche wegfallen, ebenso wie die oft benutzten Trocknungsräume.

5. Durch neue Wohneinheiten im Dach und im Parterre braucht es auch mehr Kellerabteile. Diese sind allerdings heute schon sehr klein. . .

6. Die angeflanschten Balkone werden das Haus aufwerten. Wie bei unserem Hinterhaus (Grenzacherstrasse 30) das Treppenhaus, so könnten bei uns die Lifte zwischen die Balkone eingebaut werden. Das schafft mehr Raum. Wird der Kanton hierfür Hand bieten?

Die Planer und Architekten von Vischer AG verkennen die ganze Situation am Burgweg. Wir haben hier ein stark belebtes und bespieltes Quartier. Unsere Nachbarn sind das Warteck-pp und das Sudhaus und die Gartenwirtschaft vom Don Camillo nebst dem bedienten Garten des Restaurants Brauerei. Hier wird es allabendlich zu Lärm-Emissionen kommen. Die heutigen Anwohner können sich dem Lärm noch entziehen, indem sie auf den Hinterhof hinaus schlafen. Zukünftig ist das aber nicht mehr möglich. Der ruhigste Raum wird dann die Küche sein! Alle Schlafzimmer dagegen gehen auf die Strasse und den Lärm hinaus. Selbst eine Dreifachverglasung nützt in den belebtesten Sommermonaten nichts gegen diesen Lärm. Zudem möchte sich das Warteck-pp in seiner Gestaltungsfreiheit nicht weiter einschränken lassen.

Grundriss Haus Nr. 10

1. bis 4. Etage Haus Nr. 10

Dachwohnung Haus Nr. 10

Die gelben Partien in den Bauplänen zeigen die bisherigen Grundrisse. Hier wird deutlich, wie gross der Eingriff wird. Keine Wand bleibt stehen. Auch die originellen Toiletten in den Treppenhaus-Rundungen fallen den Plänen zum Opfer.
    Die Pensionskasse BL als Eigentümerin interessiert sich nicht gross um das Projekt. Sie setzt die Adimmo AG als Bauherrenvertreterin mit einer carte blanche ein.
    Die Adimmo AG als Verwaltung ist interessiert an einer rund dreimal höheren Mietzins-Summe. Die Verwaltung rechnet prozentual zu dieser Summe ab.
    Die Architekten Vischer AG berechnen ihre Leistungen nach der investierten Bausumme als fixen Prozentsatz. Sanftes Renovieren schmälert das Einkommen erheblich.
Wir möchten klarstellen, dass die Liegenschaft nicht umgebaut wird wegen fehlender Rendite. Die Rendite stimmt. Auch mit einer sanften Renovation (und einer moderaten Mietzinserhöhung) dürfte die Rendite weiterhin stimmen.

Mit einer sanften Renovation wird es dagegen möglich, während des Umbaus in der Liegenschaft weiterhin wohnen zu bleiben. Nur ein paar Rochaden werden notwendig. Damit wären auch die Massenkündigungen vom Tisch. Die meisten Mieter und Mieterinnen sind verankert mit dem Quartier und möchten nicht ausziehen. Das sollte doch als Glücksfall für den Besitzer der Liegenschaft gewertet werden.